Anhänger der Naturheilkunde erwähnen gern, dass Entgiften wichtig ist. In der Schulmedizin wird das Thema weniger diskutiert. Aber was passiert eigentlich bei einer solchen Entgiftung und was soll überhaupt ausgeleitet werden?
Um welche Gifte geht es?
Entgiften ist ein wichtiges Thema in der Drogentherapie. Es ist einleuchtend, dass der Körper Unterstützung braucht, um die vielen schädlichen Substanzen auszuscheiden. Deshalb stellt sich die Frage, warum es sich auch für alle anderen empfehlen sollte, sich mit der Entgiftung zu befassen. Zu entgiften bedeutet, Schadstoffe aus dem Körper auszuleiten. Das können Rückstände von Medikamenten oder Genussmitteln sein. Gemeint sind aber auch Stoffwechselprodukte als Folge von Erkrankungen und auch ganz normalen Stoffwechselvorgängen. Kaum ein Nahrungsmittel ist vollständig abbaubar. Die folgende, jeweilige Belastung ist unterschiedlich hoch.
Eine Orange ist nicht nur eine Orange. Sie enthält viele wichtige Inhaltsstoffe, die gesund sind. Sie ist aber heute auch ein Industrieprodukt und wurde mehreren Behandlungen unterzogen, bis sie auf den Tisch kommt. Pestizide sind hier nur ein Beispiel. Die meisten Stoffe bleiben auf der Schale, aber nicht alle. Sie dringen in das Fruchtfleisch ein. Der Organismus erkennt sie dort als unbrauchbar und schleust sie aus dem Körper heraus. Das ist ein gesunder Mechanismus. Manche Stoffe werden jedoch auch im Fettgewebe abgelagert. Sie können dort nicht unbedingt Schaden anrichten. Bei einer Gewichtsabnahme werden jedoch wieder frei und können den Stoffwechsel belasten. Sie stehen sogar im Verdacht, Erkrankungen auszulösen, wie auch Allergien. Theorien gibt es viele und auch manche Naturheilkundler äußern sich gern ablehnend zur Entgiftung. Sie sind der Überzeugung, dass der Organismus die Ausleitung allein schafft und notfalls den körpereignen „Mülleimer“ nutzt, wenn er schädliche Substanzen lagert. Doch irgendwann ist dieser „Mülleimer“ voll und mit einer Entgiftung wird er geleert.
Den Mülleimer leeren
Eine Entgiftung ist kompliziert. Jeder schädliche Stoff verhält sich im Körper anders und je größer die Menge, desto schwerer können die Symptome sein. Mit einer Entgiftung werden auch Substanzen aktiviert, die sich bis dahin „still“ verhalten haben. Eine Entgiftung verläuft daher so gut wie nie ohne neue Symptome.